Gemeinde Gössenheim und Sachsenheim mit Wappen



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© 2016 Johannes Schmelz Verwaltungsgemeinschaft Gemünden a. Main


 

    Auch die Feuerwehrkommandaten im Kreis erhielten anlässlich einer Dienstbesprechung den Aufruf des Landrates zusammen mit einem Erläuterungsschreiben. Ebenso die örtlichen Lehrkräfte anlässlich einer Lehrerkonferenz. Aber auch Menschen außerhalb des Landkreises waren durch den Aufruf angesprochen und gebeten sich als Mitglied anzumelden und "damit ihre Verbundenheit mit der Burg zu bekunden". Für den 27. November 1959 vormittags um 9.30 Uhr lud dann Landrat Dr. Bamberg die Unterzeichner des Aufrufs, MdB Dr. Maria Probst, die Landräte der Nachbarkreise und weitere Personen des öffentlichen Lebens, sowie interessierte Personen zu einer Besprechung und anschließendem Besuch der Homburg in das Hotel Schäffer nach Gemünden in der Nähe des Bahnhofs ein. Bei seiner Begrüßung der 30 erschienen Personen konnte Landrat Dr. Bamberg auf bereits 40 Mitgliedsanmeldungen für den Verein u. a. aus Bonn, Bad Kissingen und Hamburg hinweisen.

     

    Bei der anschließenden Besichtigung auf der Homburg gab Regierungsrat Sauerwein, der die treibende Kraft der bisherigen Bemühungen um die Homburg war einen Überblick über die Geschichte der Homburg und den bedauerlichen Verfall der Ruine in den letzten Jahrzehnten. Größere Sanierungsarbeiten seien vor dem ersten Weltkrieg ausgeführt worden und auch in den dreißiger Jahren noch kleinere Maßnahmen durchgeführt worden. Sie hätten sich bewährt, die damals sanierten Stellen des Gemäuers seien erhalten, dafür aber alles übrige dem Verfall preisgegeben. Die hohe Giebelwand der Hauptburg würde längst nicht mehr emporragen, wenn nicht hier um 1919 Sanierungsmaßnahmen durchgeführt worden wären. Als "materielle Bauträger für die jetzt vorgesehenen Arbeiten sei der Landkreis vorgesehen, ideeller Bauträger mit den "Homburg-Freunden" sei der Verein. Leidenschaftlich appellierte der Vorsitzende des "Sängerbundes" Gössenheim Karl Klein an die Versammelten, mit besten Kräften für die Erhaltung der Homburg-Ruine zu arbeiten.

     

    Die Gössenheimer werden diese Bemühungen natürlich besonders unterstützen, ebenso die Karsbacher. Die beiden Gemeinden, denen die Homburg gehöre, könnten freilich nur bescheidene Beiträge leisten, da ihre finanzielle Lage einfach nicht mehr zulasse. Im einzelnen stellte Klein die großen Gefahren für die Sicherheit der Besucher heraus. Er fand dabei die volle Unterstützung durch Polizeiinspektor Stier, der klipp und klar bestellte, dass die Polizei aus Sicherheitsgründen den Zugang zur Burgruine sperren müsste, wenn nicht bald durch Sanierungsmaßnahmen die großen Unfallgefahren beseitigt werden. In einer abschließenden Schlussbesprechung in der Gaststätte "Schoppen-Franz" wurden dann bereits Termine für die weiteren vorbereitenden Aufgaben festgelegt. In einem ersten Schritt müssten die besonders einsturzbedrohten Stellen, vor allem die Kellergewölbe gesichert werden, lautete das Fazit der Besprechung. In den folgenden Monaten bekundeten zahlreiche Personen ihr Interesse an einer Mitgliedschaft in einem Verein zur Erhaltung der Homburg und anderer Baudenkmäler.

     

    Bis März 1960 hatten sich bereits 90 Personen, auch aus Hessen und dem Rheinland gemeldet. Auch hatte inzwischen der Kreisbaumeister zusammen mit dem Landbauamt Aschaffenburg eine Kostenzusammenstellung mit Leistungsverzeichnis für die erforderlichen Sanierungsarbeiten ausgearbeitet, in 3 Dringlichkeitsstufen eingeteilt und dem Landesamt für Denkmalpflege vorgelegt. Aber Gefahr war in Verzug. Mitte April forderte das Bauamt des Landratsamt den Gössenheimer Bürgermeister Otto Försch telefonisch auf noch vor Ostern die "Hauptburg" durch Planken (evt. auch durch zusätzliche Sträucher) für den allgemeinen Zutritt zu sperren und entsprechende Tafeln anzubringen aus denen ersichtlich ist, dass der Grundstückseigentümer Gemeinde Gössenheim das Betreten der Ruine verbietet. Anfang Juni vor den Pfingstfeiertagen und dem an Pfingtsmontag vorgesehenen Sängerfest sah sich das Landratsamt wegen des "leider sich immer mehr verschlechternden Zustandes der Burgruine Homburg für erforderlich, dass die Gemeinde Gössenheim als Eigentümerin der Hauptburg (Gebäuderuine) und die Gemeinde Karsbach als Eigentümerin der Vorburg (Burghof und Burgruine) die entsprechenden Maßnahmen ergreifen, um die durch die gegebene Einsturzmöglichkeit verschiedener Ruinenteile und Kellergewölbe für das Leben von Besuchern der Burg drohenden Gefahren zu verhüten."

     

    Zu diesem Zweck sei es erforderlich: 1. Durch die Gemeinde Karsbach: a) Anbringung von zwei starken Pflöcken in der Einfahrt zum Haupttor, so, dass weder ein Pkw noch ein Motorrad in die Burg einfahren kann; b) Absprerrung des im Burghof nach Norden liegenden Kellergewölbes durch Planken so, dass der Zugang zu den drei Öffnungen diesen Gewölbes verwehrt wird; c) Gleiche Absperrung wie unter b) hinsichtlich des südlich gelegenen Kellergewölbes, um den Zugang zum Keller zu verwehren; d) Absperrung des Chores der Burgkapelle so, dass niemand unter das Kreuzgewölbe treten kann. 2. Durch die Gemeinde Gössenheim: a) Absperrung des westlichen Zuganges zur Hauptburg (Eingangspforte aus dem Westlichen Umgang) durch Planken und Anbringung eines Schildes "Betreten wegen Einsturzgefahr verboten". b) am nördlichen Umgang, an der Abbruchstelle ist eine Tafel anzubringen mit dem Wortlaut "Betreten wegen Einsturzgefahr verboten."

     

    Diese Tafel ist so anzubringen, dass sie sowohl gesehen werden kann, wenn man vom westlichen Umgang her kommt,. Als auch, wenn man vom Burggraben im Norden an die Abbruchstelle herankommt. Es erscheint zweckmäßig, die abzusperrenden Zugänge auch noch mit Sträuchern oder Dörnerhecken zu verschließen, die ja um die Homburg herum zahlreich wachsen. Mit Rücksicht auf die vielen erwartenden Besucher der Homburg ist es, wie bereits mit Bürgermeister Blatterspiel und Bürgermeister Volpert am 2. 6. mündlich besprochen wurde, erforderlich, die genannten Maßnahmen noch vor den Pfingstfeiertagen ergriffen werden. Um umgehende Vollzugsnachricht wird ersuch. Die geforderten Maßnahmen wurden von den Gemeinden zusammen mit dem Sängerbund Gössenheim am Pfingstsamstag rechtzeitig vor dem Fest erledigt. In seinem Anzeigenblatt vom Freitag, den 3. Juni 1960 musste der Landkreis Gemünden a. Main auf folgendes hinweisen: " Achtung Homburgbesucher! Mit sofortiger Wirkung wurde von der Gemeinde Gössenheim, als Grundstückseigentümerin, das Betreten der Hauptburg wegen Einsturzgefahr untersagt.

     

    Der nördliche und südliche Zugang zur Burg musste gesperrt werden. Auch dürfen der Chorraum der Kapelle und die Kellereingänge nicht mehr betreten werden. Entsprechende Verbotsschilder wurden angebracht. Kraftfahrzeuge dürfen nicht mehr auf den Burghof fahren. Das für den Pfingstmontag angesetzte Sängerfest findet statt. Es wird ferner darauf hingewiesen, dass die Gründungsversammlung des Homburg - und Denkmalschutzvereines noch im Juni stattfindet. Zahlreiche Beitragsverpflichtungserklärungen liegen bereits vor". Am 3. August 1960 erging folgende Einladung des Landratsamtes Gemünden a. Main: Diese Einladung wurde verschickt an: Geschäftsleute, Vertreter des Kulturellen und politischen Lebens des Landkreises Main-Spessart und des Bezirkes Unterfranken. 162 Adressaten wurden angesprochen. Am 17. August 1960 fanden sich 35 Personen unter Leitung von Landrat Dr.Bamberg zur Gründungsversammlung des Homburg- und Denkmalschutzvereines im Hotel Schäffer in Gemünden ein.

 

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