Gemeinde Gössenheim und Sachsenheim mit Wappen



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© 2016 Johannes Schmelz Verwaltungsgemeinschaft Gemünden a. Main


 

Die Nonne von Gössenheim und der Teufel

 

Eine Nonne ging einst von Karlstadt her über den Berg nach Gössenheim. Unter dem Arm trug sie eine bemalte Tafel, die für die Kirche bestimmt war. Auf ihr war auch das Datum der Weihe des Gotteshaus vermerkt. Da gesellte sich zu ihr ein fremder Mann. Eindringlich beredete er die geweihte Dienerin Gottes, sie möchte ihn die Holztafel tragen lassen, diese sei doch für eine Frau zu schwer.

 

Der Nonne wurde es unheimlich zu Mute. Sie beschaute sich von der Seite den Begleiter näher an. Bleich vor Schrecken wurde sie, da sie gewahrte, dass er einen Bocksfuß hatte. Wie sollte sie den Leibhaftigen loswerden? Sie rief Gott den Herrn an und machte ein Kreuzzeichen über den Teufel. Mit Donnergepolter verschwand er in den Lüften, den Gestank des ganzen Höllenpfuhls ließ er zurück. Diese Tafel mit der Jahreszahl 1632 hing noch bis in die letzten Jahre der alten Kirche zu Gössenheim (bis maximal 1960).

 

(Überlieferung der verstorbenen Auguste (Gusti) Habermann aus Gössenheim)

 

 

 

Die Pfeffernusstanne

(„Die Pfaffernüssdanne“)

 

Als wir selbst noch Kinder waren redeten uns die Älteren ein, dass um die Weihnachtszeit Pfeffernüsse (typisch fränkisches Süßgebäck) an dieser krummen Tanne hängen würden. Das Christkind würde sie ernten und an die Kinder verteilen.

 

Auf dem Karlstädter Berg steht diese krumm gewachsene alte Kiefer. Als die US-Armee-Soldaten 1945 ins Land kamen, störte sie ein herabhängender dicker Ast, weshalb sie ihn absägten. Der Weg nach Karlstadt führt an ihr vorbei. Ganz in der Nähe von Eußenheim, Gössenheim und Gambach, ist dort die Grenze durch einen Dreimärker von 1663 gesichert (größere Höhenwaldwiese).

 

Der dortige Waldweg (früher mit 7 km die kürzeste Verbindung nach Karlstadt) war viel begangen, die Gössenheimer kauften in Karlstadt ein, die Juden trieben aus dem ganzen Bachgrund ihr Vieh auf den Markt, die Prozessionen zum „Heiligen Michel“ (Michael) zogen dort vorbei und die Einzelwallfahrer gingen des Wegs zum nahen Kloster (früher 3 Klöster in Karlstadt). Wenn die Kinder wussten, wann Vater und Mutter nebst vielen gebefreudigen Tanten zurückkehrten, war viel Leben unter der Tanne. Erwartungsfrohe Kinderherzen machten ihrer Freude Luft, lärmten und sangen bei der Ankunft der Wallfahrer, die bei den bescheidenen Kindern vergangener Tage eitel Freude und Jubel auslösten.

 

(Überlieferung der verstorbenen Auguste (Gusti) Habermann aus Gössenheim)

 

 

 

Wunderbare Rettung der Homburg

 

Einst war die Homburg von vielen Feinden belagert, die nicht wankten und wichen. Der Burgherr dachte schon an Übergabe, denn der Hunger war unerträglich und die letzte Sau grunzte im Stall. Da trat ein treuer Knecht vor ihn hin und versprach, Burg und Bewohner zu retten.

 

Jeden Morgen ging nun der Knecht in den Stall, um das Schwein zu drosseln, dass es in Todesangst jämmerlich schrie. Die Täuschung zeigte bald Wirkung, die Feinde vermuteten hinter den Burgmauern noch unerschöpfliche Vorräte und zogen, selbst schon durch monatelange Belagerung geschwächt, enttäuscht ab.

 

(Überlieferung der verstorbenen Auguste Habermann aus Gössenheim)